Focus & Digital Balance

Blogging about Digital Detox, distraction management, unplugging and a healthy lifestyle in our hyperconnected world

Technostress! Wie Technologie Dich beeinflusst

Nun haben wir es schwarz auf weiß: Technische Geräte verursachen Stress. Forscher (Salanova, Llorens, & Cifre, 2013) haben sogar ein eigenes Wort dafür gefunden: Technostress.

technostress

Technische Geräte verursachen Stress: Technostress

Das hat rein gar nichts mit Techno-Musik zu tun. Vielmehr bezeichnen die Wissenschaftler hiermit einen negativen psychologischen Zustand, der mit der Nutzung von sogenannten Informations- und Kommunikationstechnologien wie z.B. Laptop, PC, Tablet und Smartphone einhergeht. Weiter unterscheiden die Forscher zwei Arten von Technostress: Techniküberforderung und Techniksucht. Techniküberforderung beschreibt dabei Stress wegen Angst, Erschöpfung und eigener Erfolgslosigkeit in Bezug auf die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Techniksucht dagegen bezeichnet Stress auf Grund von einem unkontrollierbarem Zwang, immer und überall und exzessiv neue Technologien nutzen zu müssen. Unangenehm ist es in beiden Fällen.

Besser ist es vorzubeugen. Warum trennst Du Dich nicht z.B. von eben den Technologien, die Du wirklich nicht brauchst?

*Quelle: „The dark side of technologies: Technostress among users of information and communication technologies“ (International Journal of Psychology, 2013)

Richtig erholen: Die glückliche „Couch-Potatoe“

Erholung tut gut! Das sollte den Arbeitgeber überzeugen: Erholung beeinflusst, wie Mitarbeiter den nächsten Arbeitstag erleben und bestimmt ihr Engagement bei der Arbeit.

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„Aufgeladene“ Arbeitnehmer sind glücklich und produktiv

Doch wie erholt man sich eigentlich “richtig”? Mit der Erholung verhält es sich ähnlich wie mit einem Akku: Die Batterie entlädt sich unter Belastung und tankt besonders gut auf in Zeiten der Ruhe, wenn also keine Arbeitsanforderungen anstehen (Meijman & Mulder, 1998). Für den Menschen bedeutet das: Erholungsphasen sollten möglichst keinen Arbeitsbezug haben und wenig Unterbrechungen oder Störungen mit sich bringen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, sich erfolgreich zu entspannen: Nicht nur die Klassiker wie ein Urlaub, Yoga, Tai Chi und Meditation helfen beim Abschalten sondern auch Computerspiele und Fernsehen. Wichtig ist hierbei jedoch, keine Schuldgefühle aufkommen zu lassen: Gerade wenn wir müde sind, neigen wir dazu, Fernsehen und Computerspielen negativ zu bewerten und so den Erholungseffekt „kaputt zu machen“ (Reinecke, Hartmann, & Eden, 2014).

Besser ist es, Dir bewusste Auszeiten für Deine Erholung zu nehmen – auch wenn sie gelegentlich aus „glotzen“ oder „zocken“ bestehen. Mit ( OFFTIME ) kannst Du weitere Ablenkungen wie z.B. Arbeitsmails und Anrufe von Kollegen vermeiden. So gibst Du Deinem „Akku“ ungestörte Zeit zum Auftanken und kannst Dich voll und ganz den Dingen oder Menschen widmen, die Dich gerade umgeben.

Quellen: 1) Meijman & Mulder: Psychological aspects of workload (1998); 2) Reinecke, Hartmann, & Eden: The guilty couach potato: The role of ego depletion in reducing recovery through media use (2014)

Unsere Selbstkontrolle ist begrenzt – schone sie!

Um Verführungen zu widerstehen, braucht man Selbstkontrolle. Laut der gut etablierten “Ego-Depletion-Theory“ (Baumeister, Bratslavsky, Muraven, & Tice, 1998) ist die Fähigkeit zur Selbstkontrolle jedoch eine begrenzte Ressource. Werden aufeinanderfolgend Tätigkeiten ausgeführt, die Selbstkontrolle benötigen, wird diese Ressource verringert oder gar aufgezehrt. Um die Selbstkontrolle nicht mehr als nötig zu beanspruchen, ist es sinnvoll, verführende Situationen möglichst zu meiden. Überlege Dir deshalb gut, wann Du digitale Technologien nutzen möchtest – und wann du auf sie verzichten kannst. Ist es wirklich sinnvoll, als erstes am Tag auf das Smartphone zu schauen? Haben Print-Zeitungen tatsächlich ausgedient? Sind Armbanduhren old-school? Wir denken, diese Dinge haben einen großen Vorteil: Nur einen Zweck zu erfüllen – ohne verführerische Ablenkungen, denen Du widerstehen musst.

Quelle: Baumeister, Bratslavsky, Muraven, & Tice: Ego depletion: Is the active self a limited resource? (1998)

The OFFTIME-Story Contest and its Jury 6/6

Für den OFFTIME-Story Wettbewerb konnten wir Jurymitglieder aus den Bereichen Medizin, Kunst, Kultur & Gesellschaft gewinnen. Auf die eine oder andere Weise setzen sich die einzelnen Personen beruflich mit den Themen Vernetzung bzw. Entnetzung auseinander. Nach und nach haben wir hier jedes Jurymitglied und seine/ihre OFFTIME-Story vorgestellt. Einer fehlt noch: (find the English version below)

Levi Felix

Levi Felix

Levi Felix ist Gründer von Digital Detox und dem Camp Grounded in den USA. Sein Input ist dort so gefragt, dass wir uns haben vertrösten lassen. Die OFFTIME-Story von Lexi Felix wird in den nächsten Tage nachgereicht. Sein aktueller Fokus ist das nächste Camp Ende August und das organisiert er besser Offline. Seine Emails checkt er zumindest nicht regelmäßig. Einen Vorgeschmack auf das Camp gibt es im Video (siehe unten) und hier noch Hinweis: Der Gewinner des OFFTIME-Story Wettbewerbs kann u.a. ein Camp-Grounded Ticket gewinnen.

Mehr Inspiration! In den vergangenen Tagen haben wir hier die OFFTIME-Stories von Autor André Wilkens („Analog ist das neue Bio“) Coach Jessica Bonetta (Cape Balance), Musiker Noah Veraguth (Pegasus), Journalist Christoph Koch („Ich bin dann mal Offline“) sowie Psychotherapeut Dr. Bert te Wildt („Digital Junkies“) vorgestellt.

 Sende uns Deine eigene Story und gewinne: http://offtime.co/stories-contest

 

(ENG)

For our OFFTIME-Story Contest we could engage with jury members from science/medicine, art and culture. In one way or the other, on a professional level they all deal with the subject of hyperconnectivity. Day after day we introduced one of the six jurymembers with his/her OFFTIME-story. Only one is left:

Levi Felix, founder of Digital Detox and Camp Grounded in the US. Currently Levi and his team are extraordinary busy preparing the next camp in late August. Acknowledging this we accept the delay of his OFFTIME-story. In the meantime one could get impressions on  the camp, see the video above and keep in mind: You can win a Camp Grounded ticket.

Need more inspiration? In the past days we shared the OFFTIME-stories of author André Wilkens („Analog is the new organic“), coach Jessica Bonetta (Cape Balance), musician Noah Veraguth (Pegasus), journalist Christoph Koch („I am offline for now“) as well as psychotherapist and author Dr. Bert te Wildt („Digital Junkies“).

Submit your own OFFTIME-Story and win: http://offtime.co/stories-contest

Der OFFTIME-Story Wettbewerb und seine Jury 5/6

Wir haben die sechs Jury-Experten unseres OFFTIME-Story-Wettbewerbs gebeten, uns ihre persönliche Geschichte mitzuteilen, gemäß den Wettbewerbskriterien (max. 1 Seite und gerne auch mit Bild). Heute stellen wir hier vor: (find the English version below) 

André Wilkens

André Wilkens

André Wilkens, der Autor von “Digital ist das neue Bio” lebt mit seiner Familie in Berlin Mitte. Er beschreibt sich selbst als “durchschnittlich durchdigitalisiert”. Wir konnten André Wilkens bereits im Juli bei unserem meetup im Rahmen des Tech Open Air kennen lernen. Befragt nach seiner persönlichen Sicht zum Sinn und Unsinn von OFFTIME sagt er uns:

„Ich bin ein durchschnittlich durchdigitalisierter Mensch und hatte bis vor kurzem auch kein Problem damit. Dann kam Snowden, ein Videoladen machte in meiner Strasse auf und ich fing an, mein Digitalverhalten zu hinterfragen. Heraus kam m-ein Buch, das Fragen stellt und vielleicht auch ein paar Antworten gibt. Während des Schreibprozesses sowie im weiteren Verlauf, habe ich mein privates Medienverhalten geändert. Ich nutze Digital bewusster, und nur wenn nötig. Ich versuche, nicht unnötig Daten zu produzieren, also solche die entweder ohne mein Wissen verwendet werden könnten oder ohnehin unnütz sind. Ich gönne mir ganz bewusst den Luxus, Dinge analog zu tun, und eben das zu geniessen. Denken statt Google! Skat spielen ist auch eine gute Alternative, oder einfach nur wirklich 100% DA SEIN, vor allem wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin. Dabei fühle ich mich gut.“

In den vergangenen Tagen haben wir hier die OFFTIME-Stories von Coach Jessica Bonetta, Musiker Noah Veraguth/ Pegasus, Journalist Christoph Koch sowie Psychotherapeut Dr. Bert te Wildt vorgestellt. Morgen stellen wir die OFFTIME-Story unseres US-Jurymitglieds vor: Levi Felix, Gründer von Digital Detox und Camp Grounded.

 Sende uns Deine eigene Story und gewinne: http://offtime.co/stories-contest

(ENG)

André Wilkens, author of “Analog is the new Organic”, describes himself as an „ordinary digitised“ person. He and his family live in the heart of Berlin. We could already meet him during our event at Berlin’s Tech Open Air. Asked for his personal opinion on OFFTIME he notes:

Andre Wilkens, "Analog ist das neue Bio"

Wilkens‘ book „Analog is the new organic“

“Until recently I had no concerns with being an ‚ordinary digitised person‘. Then Snowden came, a video store opened in my street and I started to question my digital habits. The outcome of these thoughts is my book, it places questions and might provides a few answers. During the writing and afterwards I changed my private media habits. I use digital as such more consciously and if necessary only. I try not to produce unnecessary data  meaning data that could be used without my knowledge or data that is needless per se. I allow myself the luxury of doing things the analog way and I enjoy it. Think instead of Google! Playing skat is another good alternative or simply to be where I am, 100%, mostly when I am together with other people. I feel good this way.“

Prior to André’s story we introduced the following jurymembers: Coach Jessica Bonetta, musician Noah Veraguth/ Pegasus, journalist Christoph Koch and psychotherapist Dr. Bert te WildtTomorrow we share the OFFTIME-story of our honorable US-jurymember: Levi Felix founder of Digital Detox and Camp Grounded in the US.

Submit your own OFFTIME-Story and win: http://offtime.co/stories-contest.

Der OFFTIME-Story Wettbewerb und seine Jury 4/6

Wir haben die sechs Jury-Experten unseres OFFTIME-Story-Wettbewerbs gebeten, uns ihre persönliche Geschichte mitzuteilen, gemäß den Wettbewerbskriterien (max. 1 Seite und gerne auch mit Bild). In den vergangenen Tagen haben wir die OFFTIME-Stories von Musiker Noah Veraguth/ Pegasus, Journalist Christoph Koch sowie Psychotherapeut Dr. Bert te Wildt vorgestellt. Heute: (find the English version below)

Jessica Peterka Bonetta

Jessica Peterka Bonetta

Jessica Peterka Bonetta, Gründerin und Geschäftsführerin von Cape Balance, Coach mit Herz und Seele und Entspannungstrainerin aus Leidenschaft. Derzeit promoviert sie zudem in Persönlichkeitspsychologie zum Thema Internetnutzung bzw. Internet-Sucht. Gefragt, wie sie ihre OFFTIME erlebt, sagt Jessica Peterka-Bonetta:

„Für mich findet sich ein wesentlicher Unterschied von OFF- und ON-Momenten im Erlebnis des Parameters ‚Zeit‘. In ON-Momenten vergeht sie und wird bewusst als solche wahrgenommen, während ich tendenziell eher passiv handle. In OFF-Momenten dagegen werden die Ereignisse in dieser Zeit bewusst v-erlebt und die Zeit selbst wird oftmals vergessen.

Wann immer ich die Zeit aus dem Blick verloren habe wusste ich, dass ich gerade einen OFF-Moment erlebt hatte (und mein Handy gedanklich Lichtjahre von mir entfernt war). Doch OFF-Momente passieren mir nicht nur einfach, ich kann ihr aktiver Schöpfer sein. Meine Lieblingsstrategie für einen garantiert gelungenen OFF-Moment ist es im Park Riesenseifenblasen zu machen! Nichts ist entspannender als Seifenblasen zu erschaffen und sie beim Vorbeiziehen zu beobachten. Manche platzen sofort, andere erreichen ungeahnte Höhen. Und die aller meisten werden Opfer meiner amüsierten Kinder. Ich plädiere dafür, Technologie zu dem zu machen, wozu sie gedacht ist: nicht mehr und nicht weniger als ein manchmal sinnvolles Hilfsmittel, wie zum Beispiel um dieses Bild zu schießen. Das Backup behalte ich aber am liebsten im Kopf als inneres Bild.“

Morgen stellen wir hier vor: André Wilkens, Autor von „Analog ist das neue Bio“. 

 Sende uns Deine eigene Story und gewinne: http://offtime.co/stories-contest

(ENG)

The OFFTIME-Story Contest and its Jury

We asked the honorable six experts of our OFFTIME-Story Contest to share with us their OFFTIME-story following the rules and regulations of the contest (1 page max. and with an image). Each day we introduce one of the judges and his/her OFFTIME-Story. Earlier we shared the OFFTIME-Stories of musiscian Noah Veraguth/ Pegasus as well as journalist Christoph Koch and the story of psychotherapist Dr. Bert te Wildt. Today:

Jessica Peterka Bonetta, founder and director of „Cape Balance“, dedicated and passionate coach and trainer on relaxation. Currently Jessica also does her PhD on the subject of internet usage and consequently internet addiction. Asked about her OFFTIME-experiences, Jessica notes:

„To me a major difference between OFF- and ON-moments is in the experience of the parameter ‘time’. During ON-moments time passes and is perceived consciously while I usually act in a passive manner. During OFF-moments I consciously experience the events and the time itself is often forgotten.

Cape Balance, Jessica Peterka Bonetta

Jessica’s favorite OFF-strategy: Create giant soap bubbles and watch it.

Whenever I lost track of time I know that I had an OFF-moment (and mentally speaking my phone was miles away from me). But OFF-moments do not just happen, I can be the active creator. My favourite strategy for a felicitous OFF-moment is to do giant soap bubbles in the park! There is nothing more relaxing as to create the bubbles and observe them passing by. Some burst immediately, others reach an unexpected height. And most of the bubbles become a victim of my amused kids. 

I plead to use and understand technology in its original means, as a tool that is useful sometimes, for instance to take this picture. And I prefer to keep the backup in my head only, as an inner picture.“

Tomorrow we introduce here: André Wilkens („Analog is the new organic“).

Submit your own OFFTIME-Story and win: http://offtime.co/stories-contest.

Warum Kreativität ohne Ruhe unmöglich ist – Noah Veraguth über digitale Auszeiten

Wir haben die sechs Jury-Experten unseres OFFTIME-Story-Wettbewerbs gebeten, uns ihre ganz persönliche OFFTIME-Story mitzuteilen, gemäß den Wettbewerbskriterien (max. 1 Seite und gerne auch mit Bild). Jeden Tag stellen wir nun ein Jurymitglied und ihre/seine OFFTIME-Story vor. Heute: (find the English version below)

Noah Veraguth ist Musiker und Sänger der Band Pegasus. Andauernde Online-Präsenz und Social-Media-Aktivitäten gehören für den Schweizer zum Alltag, wenngleich es ihn vom Wesentlichen abhält: dem Schreiben neuer Songs.

Noah's favorite image

Noah’s favorite image

„In meinem Beruf ist das ständige Online-Sein Pflicht geworden. Ich investiere viel Zeit in die Bearbeitung der Facebook-Seite der Band und auch die noch viel intensivere Twitterwelt nimmt Zeit in Anspruch. Da geht manchmal das Wesentliche vergessen: das Kreieren von neuen Songs. Dafür muss ich Ruhe haben und für ein paar Stunden vom Netz sein. So komme ich auf die richtigen Ideen. Tatsächlich hilft mir OFFTIME, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen.“

Als nächstes stellen wir hier vor: Jessica Peterka-Bonetta, Gründerin und Geschäftsführerin von Cape Balance, Coach mit Herz und Seele und Entspannungstrainerin aus Leidenschaft. In den vergangenen Tagen haben wir die OFFTIME-Stories von Journalist und Autor Christoph Koch sowie Psychotherapeut und Autor Dr. Bert te Wildt vorgestellt.

 Sende uns Deine eigene Story und gewinne: http://offtime.co/stories-contest

 

(ENG)

The OFFTIME-Story Contest and its Jury

We asked the honorable six experts of our OFFTIME-Story Contest to share with us their OFFTIME-story following the rules and regulations of the contest (1 page max. and with an image). Each day we introduce one of the judges and his/her OFFTIME-Story. Today:

Noah Veraguth, musician and lead singer of the Swiss band „Pegasus„. Online-presentations and social media activities are a major part of his daily duties but at the same time this distracts him from what is most crucial to him:

Noah Veraguth, musician and Pegasus' lead singer

Noah Veraguth, musician and Pegasus‘ lead singer

„Being online, constantly, became an obligation within my profession. I invest a lot of time updating and editing the band’s Facebook page, the more intense twitter world requires even more of my time. Thereby the most essential thing tends to be forgotten: The creation of new songs. I need  silence for that and have to be disconnected from the net for a couple of hours. That is how I get the good ideas. In fact OFFTIME helps me to keep my creativity in a good flow.”

The next jurymember to be introduced here is: Jessica Peterka-Bonetta, founder and director of Cape Balance, dedicated and passionate coach and trainer on relaxation. Earlier we shared the OFFTIME-Story of journalist and author Christoph Koch as well as the story of psychotherapist Dr. Bert te Wildt.

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Der OFFTIME-Story Wettbewerb und seine Jury 2/6

Wir haben die sechs Jury-Experten unseres OFFTIME-Story-Wettbewerbs gebeten, uns ihre ganz persönliche OFFTIME-Story mitzuteilen, gemäß den Wettbewerbskriterien (max. 1 Seite und gerne auch mit Bild). Jeden Tag stellen wir nun ein Jurymitglied und ihre/seine OFFTIME-Story vor. Heute: (find the English version below)

Christoph Koch, der Journalist und Autor lebt in Berlin. Sein Buch „Ich bin dann mal offline“ war 2010 auf der Spiegel-Bestsellerliste. Fünf Jahre später nach seiner OFFTIME befragt, schreibt er uns:

Meine letzte längere Offline-Zeit war vergangenes Wochenende, als ich mit Freunden in den Dolomiten wandern war. Beeindruckende Aussicht, atemberaubende Gipfel – aber die meiste Zeit so weit das Auge reichte kein Netzbalken in Sicht. Und auf den spartanischen Hütten gab es oft nur eine Steckdose auf 30 Gäste. Anfangs machte sich leichte Unruhe in der Gruppe breit. Kalter Entzug. Aber nach dem Wochenende war klar: Kaiserschmarrn schmeckt besser, wenn man nicht nebenher durch seinen Facebookfeed wischt. Und wer nur auf seinen Screen schaut, bekommt zwar eine Eilmeldung über ein zusammengebrochenes Kanzlerinnensitzmöbel mit – aber verpasst die Murmeltiere.

Christoph Koch, Dolomits

Christoph Koch and friends enjoy OFFTIME during a hiking trek in the Dolomits

Für mein Buch ‚Ich bin dann mal offline – Leben ohne Internet und Handy‘ habe ich mich damals für sechs Wochen komplett aus der vernetzten Welt verabschiedet. Keine Mails, kein Google, keine SMS, kein Facebook. Sechs Wochen – das ist in digitalen Zeiteinheiten ziemlich genau so lange, wie Menschen vor Apple Stores kampieren, wenn ein neues iPhone raus kommt. Am Anfang war es grauenvoll. Aber nach einer Weile genoss ich die Ruhe und die neu gewonnene Freiheit. Vor allem morgens. Statt den Tag mit dem Sichten und Abarbeiten von Mails und anderen Nachrichten zu beginnen – also nur zu reagieren und wie ein Tennisspieler die Bälle zurückzuschlagen – stellte ich mir die Frage: Was sind heute meine Prioritäten? Was ist mir wichtig? Was will ich heute erledigen? Wofür brauche ich Energie, Ruhe und Konzentration? Diese ablenkungsfreien und selbstbestimmten Offlinephasen versuche ich auch heute noch – wo ich längst wieder online bin – immer wieder in meinen Alltag einzubauen. Wenn ich morgens beispielsweise zuerst zwei Stunden an einem eigenen Projekt arbeite, das mir wirklich wichtig ist, und erst dann in meine Mails gucke, stelle ich hinterher jedes Mal erfreut fest, dass die Welt eben nicht untergeht, wenn ich nicht permanent erreichbar bin.

Selbst Internet-Legende Seth Godin sieht es ähnlich und schrieb in seinem Blog: [free translation] ‚Was tun Sie als Erstes, wenn Sie sich an den Computer setzen? Lassen Sie mich raten: Sie checken, was reingekommen ist. Mails, Statistiken, Nachrichten von Ihrem Boss. Sie lesen Tweets und schauen, was die Freunde so auf Facebook geschrieben haben. Aber wenn wir morgens als erstes die eingehenden Mails lesen, haben wir nicht nur Zeit verloren, sondern auch die beste Chance, etwas Frisches und Neues zu beginnen. (…) Das Erste, das wir tun sollten ist, auf unsere eigenen Ziele hinzuarbeiten, anstatt uns damit zu beschäftigen, wie andere auf das reagiert haben, was gestern passiert ist.'“

Als nächstes stellen wir hier vor: Noah Veraguth, Musiker und Sänger der Band Pegasus. Andauernde Online-Präsenz und Social-Media-Aktivitäten gehören für den Schweizer zum Alltag, wenngleich es ihn vom Wesentlichen abhält: dem Schreiben neuer Songs. Gestern haben wir hier die OFFTIME-Story von Dr. Bert te Wildt mitgeteilt.

 Sende uns Deine eigene Story und gewinne: http://offtime.co/stories-contest

(ENG)

The OFFTIME-Story Contest and its Jury

We asked the honorable six experts of our OFFTIME-Story Contest to share with us their OFFTIME-story following the rules and regulations of the contest (1 page max. and with an image). Each day we introduce one of the judges and his/her OFFTIME-Story. Today:

Christoph Koch is a Berlin based journalist and author. His book „Ich bin dann mal offline“ („I am offline for now“) was among the Spiegel-bestsellers in 2010. The findings and insights he gained through his offline-experience are of ongoing relevance to him. In 2015 he notes:

My latest extended time offline was last weekend when I went hiking with friends in the Dolomits. Amazing view, stunning peaks – but most of the time, as far as the eye could see, with no net signal in sight. The basic huts often had only one plug for 30 guests and initially one could sense restlessness among the group members. Cold turkey. But after all it became clear: Kaiserschmarrn [cut-up, sugared pancake with raisins] is most delicious if you do not wipe and swipe through your facebook-feeds at the same time. And those who look at their screens may receive the breaking news about the Chancellor’s broken furniture but they miss the passing marmot.

Christoph Koch

Christoph Koch enjoys the view during a hiking trip in the Dolomits with no network-signal in sight

For the purpose of my book “I am offline for now – live without internet and mobile phone” (German only: „Ich bin dann mal offline – Leben ohne Internet und Handy“) I took a leave from the hyperconnected world for a period of six weeks.No mails, no google, no text messages, no Facebook. Six weeks – speaking in digital time units this is as long as people camp in front of Apple stores whenever a new iPhone is released. It was horrible in the beginning. But after some time I enjoyed quietness and the newly gained freedom especially in the morning hours. Instead of starting the day by checking mails and news – reacting only like a tennis player who bounces the ball back – I asked myself the question: What is my today’s priority? What is important to me? What would I like to deal with today? What requires energy, piece and concentration? I try to continue having these self-determined offline-phases without any distractions in my daily life and although I am back to online since long. For instance when I wake up in the morning and work on my own, really important project for the first two hours and only then check mails, I happily notice  that the world did not fall into pieces just because I was not constantly available.

Even internet-legend Seth Godin has a similar perspective, as he wrote in his blog: ‘What do you do first when sitting on your computer? Let me guess: You check the incoming events. Mails, statistics, news from your boss. You read tweets and have a look at your friend’s Facebook posts. But if we check the incoming mails as a first thing in the morning we lost not only time but also a chance to start something fresh and new. (…) The first thing we should do is to focus on our own goals instead of dealing with how others reacted to something that occurred yesterday.’”

The next jurymember we introduce here is: Noah Veraguth, musician and lead singer of the Swiss band „Pegasus„. Online-presentations and social media activities are a major part of his daily duties at the same time it is what distracts him most from his essential task and passion: the creation of new songs. Yesterday we shared the OFFTIME-Story of Dr. Bert te Wildt.

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Der OFFTIME-Story Wettbewerb und seine Jury 1/6

Für den OFFTIME-Story Wettbewerb konnten wir Jurymitglieder aus den Bereichen Medizin, Kunst, Kultur & Gesellschaft gewinnen. Auf die eine oder andere Weise setzen sich die einzelnen Personen beruflich mit den Themen Vernetzung bzw. Entnetzung auseinander. (find the English version below)

Wir haben diese Experten gebeten, uns ihre ganz persönliche OFFTIME-Story zu senden, gemäß unseren Wettbewerbskriterien (max. 1 Seite und gerne auch mit Bild). Jeden Tag stellen wir nun eines der sechs Jurymitglieder und ihre/seine OFFTIME-Story vor. Heute:

Dr. Bert te Wildt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Bochum, ist beruflich bedingt erschüttert darüber, “wie sich junge, internetabhängige Menschen vom Diesseits der physischen Welt abwenden, um ihr Leben ins Jenseits der digitalen Welt zu verlagern“.* In seinem Buch “Digital Junkies” berichtet er mehr darüber. Von uns nach seiner persönlichen OFFTIME befragt, äußert sich Dr. Bert te Wildt folgendermaßen:

Dr. BertTeWildt

Dr. BertTeWildt

„Oft gehe ich versehentlich ohne mein Smartphone aus dem Haus. Wenn es mir auffällt, bekomme ich im ersten Moment einen Schreck. Als Psychotherapeut lasse ich mir allerdings in der Regel keinen Glauben an Zufall durchgehen. Wenn ich mal verschlafe, weil ich mir den Wecker nicht richtig gestellt habe, finde ich auch immer eine Erklärung dafür, warum mir mein Unterbewusstsein einen Streich gespielt hat und mich mit mehr Schlaf versorgt. Und wenn ich ohne Smartphone da stehe, versuche ich zu denken, dass es schon für etwas gut sein wird. Manchmal ist es eine spannende Herausforderung, aber meistens ist es einfach nur entspannend, nicht erreichbar zu sein. Ich habe dann das Gefühl, mehr im Hier und Jetzt zu leben.“

 

Morgen stellen wir hier vor: Christoph Koch. Der Journalist und Autor lebt in Berlin. Sein Buch „Ich bin dann mal offline“ landete 2010 auf der Spiegel-Bestsellerliste. Von den Erkenntnissen seiner Offline-Erfahrung profitiert er noch heute.

 Sende uns Deine Story und gewinne: http://offtime.co/stories-contest

(ENG)

The OFFTIME-Story Contest and its Jury

For our OFFTIME-Story Contest we could engage with jury members from science/medicine, art and culture. In one way or the other, on a professional level they all deal with the subject of hyperconnectivity.

We asked these experts to share with us their OFFTIME-story following the rules and regulations of the contest (1 page max. and with an image). Each day we introduce one of the six jury members with his/her OFFTIME-Story. Today:

Dr. Bert te Wildt, practicing doctor (psychiatry) and psychotherapist based in Bochum. Due to his professional experiences Dr. Bert te Wildt is shocked „how young, internet addicted people neglect the here and now to spend their lifetime in the other, digitised world“.* His recent book „Digital Junkies“ provides more insights. Asked for his personal OFFTIME-experiences, Dr. Bert te Wildt notes down the following:

„I often leave the house accidentally without smartphone. The moment I realise the forgotten device I am frightened. Being a psychotherapist I naturally doubt that these things happen coincidentally. For instance whenever I oversleep because I did not set my alarm to the right time, I also find an explanation why my subconscious mind pulled me a trick and eventually offered me a longer, necessary rest. Thus when I am without smartphone I try to imagine that it happened for a good reason. Sometimes it is an exciting challenge not to be available but most of the time it is simply relaxing. It gives me a sense of life and living right here and now.“

Tomorrow we introduce Christoph Koch, a Berlin based journalist and author. His book „Ich bin dann mal offline“ („I am offline for now“) was among the Spiegel-bestsellers in 2010. The findings and insights he gained through his offline-experience are of ongoing relevance to him.

Submit your OFFTIME-Story and win: http://offtime.co/stories-contest

*© WDR 2015 http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/redezeit/berttewildt100.html