Focus & Digital Balance

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Das Leben in vollen Zügen genießen | Stephanie’s OFFTIME Story

Stephanie (25) studiert Wirtschaftspsychologie. Gerade und noch bis Dezember arbeitet sie an ihrer Masterarbeit zum Thema “Auswirkungen reduzierter Nutzung des mobilen Internets auf das emotionale Wohlbefinden”. Zu diesem Zweck wird sie ihre Probanden bitten, über eine Woche hinweg täglich zwei bis vier Stunden offline zu sein und sie wird die Offliner über ihre Gefühle während der Offline-Zeit befragen.

Über ihren eigenen Umgang mit OFFTIME sagt die Hamburgerin: “Es hilft mein Smartphone links liegen zu lassen und mich endlich mal wieder auf das momentan Wesesntliche zu konzentrieren.” Zum eingereichten Bild notiert sie: “Im Festivalmode- Mal ganz ohne Smartphone das Leben in vollen Zügen genießen.”

StephanieGrafHier ist Stephanies OFFTIME Story:

Während wir auf unser Smartphone starren, verpassen wir das, was gerade passiert – das Leben.

Wir hören Musik über Kopfhörer, aber nicht den talentierten Straßenmusiker.

Die Liebe unseres Lebens läuft an uns vorbei, aber wir sind gerade bei Tinder.

Wir treffen uns mit Freunden, aber chatten mit anderen bei Whatsapp.

Smartphones sind eine tolle Sache. Sie machen uns das Leben in vielerlei Hinsicht leichter. Ein Leben ohne sie ist nicht vorstellbar. Nur möchte ich von nun an lernen, auch mal wieder abzuschalten – einen bewussten Umgang mit dem Handy pflegen – und schreibe darüber meine Masterarbeit, weil ich das hier beobachtet habe …

Auf den Bus warten? – ab zu Facebook.

In der U-Bahn sitzen? – Kopfhörer rein, Spotify an.

Vorlesung in der Uni? – Was geht denn so bei WhatsApp?

Und wenn mich ein Kommilitone später fragt, was wir denn in der letzten Stunde behandelt haben? – Da muss ich erstmal überlegen. Dabei habe ich kein schlechtes Gedächtnis. Ich kann mich einfach nicht mehr gezielt konzentrieren.

Es fällt mir schwer, Freunden über einen längeren Zeitraum aktiv zuzuhören.

Es fällt mir schwer, aufmerksam durch die Welt zu laufen und die Schönheit der Natur zu bewundern.

Es fällt mir schwer, mich einfach mal zu entspannen und nichts zu tun.

Und wenn mein Smartphone über Nacht nicht ausgeschaltet ist, fällt es mir schwer, durchzuschlafen. Im Zeitalter des Multitaskings habe ich das Gefühl, vieles nur noch halb zu machen.

Am liebsten wäre ich die ganze Zeit auf einem Festival. Entweder hat man keinen Empfang oder der Akku ist leer. Und dann? Keine Schweißausbräuche! Ich vergesse nahezu, dass es das Handy gibt – Tiefenentspannung! Im Alltag muss es dann doch auch möglich sein.

Als ich Offtime das erste Mal benutzt habe, wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich doch abhängig von meinem Telefon bin. Es kostete mich Kraft durchzuhalten und meine Offtime nicht vorzeitig abzubrechen. Ich war nervös, gelangweilt und wütend auf mich selbst.

Helfen Offline-Zeiten mir dabei, zu entspannen? Oder bewirken sie genau das Gegenteil?

Diese Frage finde ich so spannend, dass ich nun meine Masterarbeit zu diesem Thema schreibe.

Fühlen wir uns besser, wenn wir das Smartphone weniger benutzen?

Sind wir erleichtert nicht mehr ständig erreichbar zu sein?

Oder haben wir Angst etwas zu verpassen?

Weitere Infos zur Studie und Teilnahme findest du unter: ichbindannmaloffline.jimdo.com

Leben ist das, was passiert, wenn unser Smartphone aus ist.