Focus & Digital Balance

Blogging about Digital Detox, distraction management, unplugging and a healthy lifestyle in our hyperconnected world

Das Recht Abzuschalten – Anpassung des Arbeitsrechts im digitalen Zeitalter

Amélie - unplug _ digital detox _ offtime

Le fabuleux destin d’Amélie Poulain / (c) Claudie Ossard Productions via Youtube

In Frankreich macht das Recht Abzuschalten („droit à la déconnexion“, „the right to disconnect“) seinen Weg durch das Parlament. Französische Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten müssen es ihren Mitarbeitern dann ermöglichen, in ihrer Freizeit einfach (digital) abschalten zu können – also wie bei VW die Blackberry Server runter zu fahren, bei Daimler Emails löschen zu lassen oder einfach unser ( OFFTIME )-Apps (mit Server-Anbindung) einzusetzen.

Der Vorstoß kommt, nachdem immer mehr Studien zeigen, wie schwierig es für viele geworden ist –durch die ständige digitale Verfügbarkeit und den Gebrauch von digitalen Tools– in der Freizeit von der Arbeit abzuschalten – und wie wichtig dies doch ist. Diese Initiative können wir nur unterstützen! Auch in unserer Arbeit haben wir tagtäglich damit Kontakt und hören Geschichten von Nutzern weltweit dazu. Und auch unsere Studien zeigen, dass Leute die bewusst vom Digitalen abschalten, sich tatsächlich besser entspannen und gedanklich abschalten können sowie eine höhere Arbeitsmotivation haben welche sich meist auch in eine höhere Produktivität übersetzt.

Dabei zeigt sich die Diskrepanz zur deutschen Regierung. Wo blieb das „Anti-Stress-Gesetz“ stecken? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn es um das Thema Mensch, Gesellschaft und Digitalisierung hierzulande geht?

Anbei noch der Auszug aus dem französischen Beschluss:

Die Anpassung des Arbeitsrechts im digitalen Zeitalter

Artikel 25

I. – Artikel L. 2242-8 des Arbeitsgesetzes wird wie folgt geändert:

1. 6. wird durch die Worte „, unter anderem durch digitale Werkzeuge zur Verfügung in Betrieben“ ergänzt;

2. Es wird 7. wie folgt hinzugefügt:

„7  Die Bedingungen zur vollständigen Ausübung der Mitarbeiter von seinem Recht sich den Betriebsgeräten trennen zu können sowie die Umsetzung zu gewährleisten durch den Einsatz von digitaler Werkzeuge, um die Einhaltung der Ruhezeiten und den Urlaub zu regulieren sowie die persönliche Zeit und das Familienleben. Wird ein Einvernehmen nicht erzielt, legt der Arbeitgeber diese Bedingungen offen und wird sie mit allen Mitteln an die Mitarbeiter kommunizieren. In Betrieben mit 50 oder mehr Mitarbeiter, sind diese Regeln in Absprache mit dem Betriebsrat zu erarbeitet oder falls dieser nicht existieren sollte mit dem Personalvertreter. Dieser ist auch für die Umsetzung zuständig, dass die Mitarbeiter und Führungskräfte, Schulung und Bewusstsein zu angemessenen Einsatz digitaler Werkzeuge bekommen.“

I  a (neu) . – Der Staat genehmigt die Einrichtung, nicht später als ein Jahr nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes und unter festgelegten Bedingungen durch ein Dekret, eine nationale Prüfung eines Zeitraums von zwölf Monaten auf die Artikulation der Zeit Arbeit und angemessene Nutzung der elektronischen Post von Mitarbeitern und Beamten. Dieses Experiment kann zum Erlass von Richtlinien für Unternehmen und Regierungen führen.

II. – Die I dieses Artikels tritt am 1. Januar 2017 in Kraft.

http://www.senat.fr/leg/pjl15-610.html

 

Adaptation du droit du travail à l’ère du numérique

Article 25

I. – L’article L. 2242-8 du code du travail est ainsi modifié :

1° Le 6° est complété par les mots : « , notamment au moyen des outils numériques disponibles dans l’entreprise ; »

2° Il est ajouté un 7° ainsi rédigé :

« 7° Les modalités du plein exercice par le salarié de son droit à la déconnexion et la mise en place par l’entreprise de dispositifs de régulation de l’utilisation des outils numériques, en vue d’assurer le respect des temps de repos et de congé ainsi que de la vie personnelle et familiale. À défaut d’accord, l’employeur définit ces modalités et les communique par tout moyen aux salariés. Dans les entreprises d’au moins cinquante salariés, ces modalités font l’objet d’une charte élaborée après avis du comité d’entreprise ou, à défaut, des délégués du personnel, qui prévoit notamment la mise en oeuvre, à destination des salariés et du personnel d’encadrement et de direction, d’actions de formation et de sensibilisation à un usage raisonnable des outils numériques. »

I bis (nouveau). – L’État autorise la mise en place, au plus tard un an après la promulgation de la présente loi et dans des conditions fixées par décret, d’une expérimentation nationale d’une durée de douze mois portant sur l’articulation du temps de travail et l’usage raisonnable des messageries électroniques par les salariés et les agents publics. Cette expérimentation peut donner lieu à l’édiction de lignes directrices à destination des entreprises et des administrations publiques.

II. – Le I du présent article entre en vigueur le 1er janvier 2017.

http://www.senat.fr/leg/pjl15-610.html