Focus & Digital Balance

Blogging about Digital Detox and unplugging, customizing our connectivity, new technologies, distraction management, and a healthy lifestyle in our hyperconnected world

Schneller arbeiten – aber zu welchem Preis?

Forscher (Mark, Gudith, & Klocke, 2008) kamen in einem Experiment zu einem zunächst überraschenden Ergebnis: Versuchsteilnehmer, die unterbrochen wurden, waren in der Aufgabenbearbeitung schneller als Versuchsteilnehmer, die nicht unterbrochen wurden. Die Personen sollten in einem 20-minütigem Experiment E-Mails möglichst schnell und fehlerfrei beantworten, wobei sie einmal von einem gespielten “Vorgesetzten” unterbrochen wurden und und einmal nicht. Das überraschende Ergebnis: Die Personen waren schneller, wenn sie unterbrochen wurden. Der Grund: Die Antwort-Texte wurden unter diesem Umstand länger und Personen sahen weniger Grund zur Anstrengung und Eile. Jedoch hatte die Schnelligkeit ihren Preis: Personen fühlten sich bei Unterbrechungen gestresster, waren frustrierter und spürten größeren Zeitdruck – und dies nach einem nur 20-minütigen Experiment. Ob die Schnelligkeit ihren Preis wert ist und auf Dauer durchzuhalten ist, zweifeln wir stark an… Sei Dir bewusst, dass schneller arbeiten mit Unterbrechungen kurzfristig möglich ist – jedoch auf Kosten deiner psychischen Gesundheit und Zufriedenheit. Was hat für Dich Priorität?

Stress – Zeitdruck

Bildquelle: Omarket/ Piqza.de

Quelle: Mark, Gudith, & Klocke: The cost of interrupted work: more speed and stress (2008)

Internetsucht führt zu Veränderungen im Gehirn!

Für einige Personen bedeutet Internetnutzung nicht mehr nurZeitvertreib oder Informationsgewinnung – bei manchen Personen entwickelt sich eine handfeste Internetsucht. Charakteristisch für intersüchtige Personen ist die Unfähigkeit, das eigene Nutzungsverhalten zu kontrollieren. Internet-surfen kann letztlich zu Stress und weiteren Beeinträchtigungen im Leben der Betroffenen führen, dies gilt z.B. für die akademische Leistung, soziale Interaktionen, in Bezug auf berufliche Interessen und Verhalten. Forscher verglichen die neurologische Struktur von 17 Personen mit Internetsucht mit der neurologischen Struktur von 16 Personen ohne Internetsucht. Dies taten Sie mittels Diffusions-Tensor-Bildgebung. Das ist eine Variante der Magnetresonanztomografie (MRT) die zuverlässige Bilder des menschlichen Gehirns ergibt. In der Studie zeigte sich, dass sich bei Personen mit Internetsucht bedeutsame Unterschiede in der neurologischen Struktur ihres Gehirns zeigten: So war die Beschaffenheit der weißen Substanz in vielen Regionen sehr viel angegriffener als bei den Personen ohne Internetsucht. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Regionen des Gehirns betroffen sind, die wichtig für die Erzeugung und Verarbeitung von Emotionen, Aufmerksamkeit, Entscheidungen und kognitive Kontrolle sind. Die Ergebnisse ähneln zudem denen anderer Süchte, wie Alkohol, Kokain oder Marijuana. Einmal mehr zeigt sich hier also, wie wichtig ein bewusster Umgang mit dem Internet und neuen Technologien ist.

Bildquelle: allan ajifo/ flickr.com

Bildquelle: allan ajifo/ flickr.com

Quelle: Lin, Zhou, Du, Qin, Zhhao et al: Abnormal white matter integrity in adolescents with internet addiction disorder: A tract-based spatial satistics study (2012)

Gute “Schlafhygiene” in Bezug auf Mediennutzung ist wichtig!

Eine Schweizer Forschergruppe nahm die Mediennutzung von Jugendlichen vor dem Einschlafen genauer unter die Lupe: Hierzu befragten sie 362 Jugendliche, wie häufig sie vor dem Einschlafen generell Fernsehen schauen, Videospiele spielen, per Smartphone Nachrichten schreiben oder Anrufe tätigen und wie häufig sie online sind. Für alle Arten der Mediennutzung zeigte sich, dass sie mit höheren depressiven Symptomen und mehr Schlafproblemen einhergehen. Vor dem Schlafen online zu sein (auf Facebook, im Chat etc.) war von den verschiedenen Arten der Mediennutzung dabei am stärksten mit Schlafstörungen und depressiven Symptomen verbunden. Die Autoren empfehlen daher, Jugendlichen früh eine gute “Schlafhygiene” in Bezug auf die Mediennutzung beizubringen. Noch besser: Mach auch Du Dir Gedanken über Deine eigene Mediennutzung und deren Wirkung auf Deinen Schlaf und Dein Wohlergehen. Nutze beispielsweise einen analogen Wecker – von dem wirst du gar nicht erst in Versuchung geführt, vor dem Schlafen noch irgendwelche Nachrichten zu lesen. Wir haben verschiedene analoge Wecker für Dich getestet – lies hier, welchen Wecker wir am besten fanden: http://offtime.co/blog/einfach-besser-schlafen-und-erholen-mit-einem-analogen-wecker/

Quelle: Lemola, Perkinson-Gloor, Brand, Dewald-Kaufmann, & Grob: Adolescents’ Electronic Media Use at Night, Sleep Disturbance, and Depressive Symptoms in the Smartphone Age (2015)