Focus & Digital Balance

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Schneller arbeiten – aber zu welchem Preis?

Forscher (Mark, Gudith, & Klocke, 2008) kamen in einem Experiment zu einem zunächst überraschenden Ergebnis: Versuchsteilnehmer, die unterbrochen wurden, waren in der Aufgabenbearbeitung schneller als Versuchsteilnehmer, die nicht unterbrochen wurden. Die Personen sollten in einem 20-minütigem Experiment E-Mails möglichst schnell und fehlerfrei beantworten, wobei sie einmal von einem gespielten “Vorgesetzten” unterbrochen wurden und und einmal nicht. Das überraschende Ergebnis: Die Personen waren schneller, wenn sie unterbrochen wurden. Der Grund: Die Antwort-Texte wurden unter diesem Umstand länger und Personen sahen weniger Grund zur Anstrengung und Eile. Jedoch hatte die Schnelligkeit ihren Preis: Personen fühlten sich bei Unterbrechungen gestresster, waren frustrierter und spürten größeren Zeitdruck – und dies nach einem nur 20-minütigen Experiment. Ob die Schnelligkeit ihren Preis wert ist und auf Dauer durchzuhalten ist, zweifeln wir stark an… Sei Dir bewusst, dass schneller arbeiten mit Unterbrechungen kurzfristig möglich ist – jedoch auf Kosten deiner psychischen Gesundheit und Zufriedenheit. Was hat für Dich Priorität?

Stress – Zeitdruck

Bildquelle: Omarket/ Piqza.de

Quelle: Mark, Gudith, & Klocke: The cost of interrupted work: more speed and stress (2008)

Richtig erholen: Die glückliche „Couch-Potatoe“

Erholung tut gut! Das sollte den Arbeitgeber überzeugen: Erholung beeinflusst, wie Mitarbeiter den nächsten Arbeitstag erleben und bestimmt ihr Engagement bei der Arbeit.

unpluggedEmployers

„Aufgeladene“ Arbeitnehmer sind glücklich und produktiv

Doch wie erholt man sich eigentlich “richtig”? Mit der Erholung verhält es sich ähnlich wie mit einem Akku: Die Batterie entlädt sich unter Belastung und tankt besonders gut auf in Zeiten der Ruhe, wenn also keine Arbeitsanforderungen anstehen (Meijman & Mulder, 1998). Für den Menschen bedeutet das: Erholungsphasen sollten möglichst keinen Arbeitsbezug haben und wenig Unterbrechungen oder Störungen mit sich bringen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, sich erfolgreich zu entspannen: Nicht nur die Klassiker wie ein Urlaub, Yoga, Tai Chi und Meditation helfen beim Abschalten sondern auch Computerspiele und Fernsehen. Wichtig ist hierbei jedoch, keine Schuldgefühle aufkommen zu lassen: Gerade wenn wir müde sind, neigen wir dazu, Fernsehen und Computerspielen negativ zu bewerten und so den Erholungseffekt „kaputt zu machen“ (Reinecke, Hartmann, & Eden, 2014).

Besser ist es, Dir bewusste Auszeiten für Deine Erholung zu nehmen – auch wenn sie gelegentlich aus „glotzen“ oder „zocken“ bestehen. Mit ( OFFTIME ) kannst Du weitere Ablenkungen wie z.B. Arbeitsmails und Anrufe von Kollegen vermeiden. So gibst Du Deinem „Akku“ ungestörte Zeit zum Auftanken und kannst Dich voll und ganz den Dingen oder Menschen widmen, die Dich gerade umgeben.

Quellen: 1) Meijman & Mulder: Psychological aspects of workload (1998); 2) Reinecke, Hartmann, & Eden: The guilty couach potato: The role of ego depletion in reducing recovery through media use (2014)