Focus & Digital Balance

Blogging about Digital Detox and unplugging, customizing our connectivity, new technologies, distraction management, and a healthy lifestyle in our hyperconnected world

Kontrolle über eigene Kommunikationstechnologien ist wichtig

E-Mails, SMS, WhatsApp-Nachrichten, Anrufe… Per Smartphone ist man über viele Kanäle erreichbar. Gar nicht so einfach zu entscheiden, wann und wo man für wen erreichbar sein möchte. Kontrolle über die eigenen Kommunikationsmittel zu haben, ist jedoch wichtig, um berufliches und persönliches gut in Einklang zu bekommen. Dies zeigte auch eine Studie basierend auf einer Umfrage von Studierenden der Harvard Business School (Groysberg & Abrahams, 2014). Es wurden über fünf Jahre hinweg fast 4000 Führungskräfte befragt, wie sie es schaffen, berufliche und persönliche Anforderungen zu meistern. Einige Teilnehmer betonten, dass es wichtig sei, mit voller Aufmerksamkeit in der aktuellen Situation zu sein. Das bedeutet zum Einen: Zeit mit den Kindern ohne E-Mails und Anrufe. Und zum Anderen: Ungestörtes Arbeiten ohne Unterbrechungen durch private Kontakte. Dabei waren sich die befragten Führungskräfte durchaus bewusst, dass Kommunikationstechnologien viele Vorteile bringen: Viele Teilnehmer bewerteten die gewonnene Flexibilität durch die neuen Technologien positiv. Nur so sei es möglich, nach dem Fußballspielen mit den Kindern am Nachmittag abends wieder für die Arbeit verfügbar zu sein. In jedem Fall waren Fürsprecher als auch Gegner der ständigen Erreichbarkeit sich einig: Nutzer sollten lernen, ihre Kommunikationstechnologien intelligent einzusetzen. Dies bedeutet, die Kontrolle über den eigenen Posteingang zu behalten und ehrlich mit sich selbst zu sein, wie viel Multitasking man bewältigen kann. Entscheide also selbst, wann und wo Du für welche Personen und Arbeitsaufträge zur Verfügung stehen möchtest und behalte die Kontrolle über Deine Technologien!

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Quelle: Groysberg, B., & Abrahams, R. (2014). Arbeit oder Leben? Harvard Business Manager, 4, 24-33.

Schneller arbeiten – aber zu welchem Preis?

Forscher (Mark, Gudith, & Klocke, 2008) kamen in einem Experiment zu einem zunächst überraschenden Ergebnis: Versuchsteilnehmer, die unterbrochen wurden, waren in der Aufgabenbearbeitung schneller als Versuchsteilnehmer, die nicht unterbrochen wurden. Die Personen sollten in einem 20-minütigem Experiment E-Mails möglichst schnell und fehlerfrei beantworten, wobei sie einmal von einem gespielten “Vorgesetzten” unterbrochen wurden und und einmal nicht. Das überraschende Ergebnis: Die Personen waren schneller, wenn sie unterbrochen wurden. Der Grund: Die Antwort-Texte wurden unter diesem Umstand länger und Personen sahen weniger Grund zur Anstrengung und Eile. Jedoch hatte die Schnelligkeit ihren Preis: Personen fühlten sich bei Unterbrechungen gestresster, waren frustrierter und spürten größeren Zeitdruck – und dies nach einem nur 20-minütigen Experiment. Ob die Schnelligkeit ihren Preis wert ist und auf Dauer durchzuhalten ist, zweifeln wir stark an… Sei Dir bewusst, dass schneller arbeiten mit Unterbrechungen kurzfristig möglich ist – jedoch auf Kosten deiner psychischen Gesundheit und Zufriedenheit. Was hat für Dich Priorität?

Stress – Zeitdruck

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Quelle: Mark, Gudith, & Klocke: The cost of interrupted work: more speed and stress (2008)

Der Wechsel zwischen Aufgaben ist mit Kosten verbunden!

Menschen sind sehr gut darin, Aufgaben im schnellen Wechsel auszuführen. Im Büroalltag ist dies heutzutage auch fast unvermeidbar. Zur Erforschung solcher Situationen werden in der Forschung sogenannte “Task-switching”-Experimente durchgeführt und analysiert. Hierbei führen Versuchspersonen eine bestimmte Aufgabe durch (z.B. Zuordnen von Wörtern zu Kategorien). Dabei enthalten einige Durchläufe wechselnde Aufgaben (switch trials) und andere mehrere Aufgaben der gleichen Art (repeat trials). Es zeigt sich, dass es relativ stabile “Wechselkosten” bei Durchläufen mit wechselnden Aufgaben gibt, sowohl in Bezug auf die Reaktionszeit als auch auf die Fehlerrate – auch nach Trainings- und Übungsphasen. Was bedeutet dies für unseren Alltag? Wenn wir möglichst wenig zusätzliche Zeit verbrauchen und Fehler vermeiden wollen, sollten wir möglichst wenig zwischen Aufgaben wechseln. Also: Lieber eine Aufgabe zu Ende machen, bevor Du die nächste beginnst, anstatt ständig zwischen den beiden Aufgaben zu switchen – so sparst Du Zeit und Nerven!

 Die richtige Geldanlage – Sparen!

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Quelle: Kiesel, Steinhauser, Wendt, Falkenstein, Jost, Philipp, & Koch: Control and Interference in Task Switching – A Review (2010)

Geschaffen um uns abzulenken: Neue Technologien

Der Ökonom Erik Brynjolfsson stellte fest: Während Rechnerleistungen über die letzten Jahrzehnte exponentiell gestiegen ist, blieb der Zuwachs an Arbeitsleistung recht gering. Wie lässt sich das erklären? Eine mögliche Erklärung: Neue Technologien sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erleichtern sie uns modernen Menschen enorm die Arbeit. Andererseits haben sie einen großen Nachteil: Sie machen es uns so wahnsinnig leicht, uns selbst abzulenken. Nur ein Klick und schon gelangt man von der wichtigen E-Mail, die man lesen wollte, zur lustig unterhaltsamen Newsseite. Eine Möglichkeit, sich selbst vom Prokrastinieren abzuhalten: Erschwere Dir den Zugang zu ablenkenden Inhalten! Für den Browser ermöglichen dies zum Beispiel die Programme Leechblock für Firefox, StayFocusd für Chrome, WasteNoTime für Safari oder focalfilter für alle Browser. Das ( OFFTIME ) solch ein Programm für das Smartphone darstellt, muss hier wohl nicht extra erläutert werden… Diese und weitere Tipps findest du auf dieser Seite: http://matt.might.net/articles/cripple-your-technology/

Uhl & Friends - New Media Relations - Tag Cloud

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Der “Helfend-Stressend-Kreislauf”

Ein Forscherteam der Universität von Worcester aus England (Balding & Jellis, 2012) etablierte mit einer Studie ein interessantes Modell: Den “Helfend-Stressend-Kreislauf” (englisch: helpful-stressful-cycle).

Kreislauf Zyklus

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Der Zyklus beschreibt folgendes Dilemma: Ein Smartphone wird sich häufig zugelegt, um das Arbeitspensum besser zu schaffen. Die Vorteile, die durch die Anschaffung eines Smartphones entstehen, werden jedoch schnell ersetzt durch den Druck, mit dem neuen virtuellen sozialen Leben mitzuhalten. Je mehr Sorgen sich Personen um ihr virtuelles Leben machen, desto häufiger kommt es sogar zu zwanghaftem Verhalten, wie zum Beispiel dem ständigen Kontrollieren oder Checken des Smartphones. In kurz: Personen kaufen sich ein Smartphone, um ihr Arbeitspensum besser zu managen, nur um letztendlich mehr Stress zu erfahren. Der “Helfend-Stressend-Kreislauf” ist mittlerweile ein gut etabliertes Modell in der Forschungswelt. Der “Erfinder” des Modells empfiehlt Unternehmen daher, die Anzahl der Arbeits-E-Mails im Feierabend für Mitarbeiter zu reduzieren, Mitarbeiter darin zu unterstützen ihr Smartphone auszuschalten und die Verführung der Mitarbeiter, ständig ihre Geräte zu checken, zu minimieren. Falls die Forschungsergebnisse noch nicht bei Deinem Chef angekommen sind: Suche Dir selbst unterstützende Maßnahmen. Ein einfaches Beispiel um Dein “Smartphonechecken” zu reduzieren: Kaufe Dir eine Armbanduhr, um statt auf Dein Handy auf Deine Uhr zu schauen.

Quelle: Balding, & Jellis, The relationship between smart phone use in the workplace and personal use on individual stress levels (2012)

Routine spart Selbstkontrolle & Energie

Wir brauchen im Alltag Selbstkontrolle, um unerwünschte Impulse zu unterdrücken. Selbstkontrolle benötigen wir auch, um beispielsweise Ablenkungen zu widerstehen. Jede Handlung, vor der wir eine Entscheidung treffen müssen, kostet uns Selbstkontrolle und Energie. Anders sieht es mit Handlungen aus, die uns zur Routine geworden sind: Sie kosten keine Selbstkontrolle und weniger Energie. Im Gegenteil, sie können sogar helfen, unsere Selbstkontrolle zu stärken. So zeigen Baumeister und Tierney (2011), Autoren eines erfolgreichen Buches zu Selbstkontrolle, anschaulich, wie Routine zu Ordnung im Leben von Menschen führt – und Ordnung zu mehr Selbstkontrolle. Verschiedene Experimente zeigen, dass ordentliche Umgebungen dazu führen, dass Menschen mehr Selbstkontrolle aufbringen. Beispielsweise zeigen Personen auf “ordentlichen”, also übersichtlichen Internetseiten, mehr Selbstkontrolle als Personen auf “unordentlichen”, also unübersichtlichen, Internetseiten. Es gilt somit: Um sparsam mit deiner Selbstkontrolle umzugehen, beginne damit, dir eine ordentliche Umgebung zu schaffen und baue möglichst viele Routinen in deinen Alltag ein. In Bezug auf deine Smartphonenutzung heißt dies: ( OFFTIME ) kann dir dabei helfen, jeden Tag eine “routinierte Pause” vom Smartphone einzulegen, in dem Du mit der Auszeiten-Planen-Funktion im Voraus eine Auzszeit planen kannst. Plane beispielsweise jeden Tag von sechs bis sieben Uhr eine Auszeit vom Smartphone ein. Los geht’s!

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Quelle: Baumeister & Tierney: Willpower: Why Self-Control is the Secret to Success (2011)

Establishing Distinctions: OFFTIME sits down with Sarah Genner


sarah genner offtime interview

This week, we had the pleasure of inviting Sarah Genner over for an exchange of ideas, and a little Q&A. Sarah Genner is a researcher in the field of media psychology- but hails from a diverse academic background that also includes media studies, communications, political science, and linguistics. She’s about to complete her PhD at Zurich University, and in September she’ll take up a guest posting at the Harvard Berkman Center for Internet and Society.
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The Aestheticization of Unplugging

focus unplug fashion disconnect

A still from Focus: Life Gear’s promotional video

From Fitbit to Google Glass, we’ve all heard about the advent of wearable technology, even if we’ve never experienced it first-hand. While it hasn’t exploded in the way that some tech-hype-enthusiasts had predicted, it’s only in its genesis phase.  A recent study by the Pew Research Center has shown that 83% of industry experts believe that by 2025, wearable technology and the Internet of Things will dominate the mainstream. But, as Rob Walker pointed out in his piece for Yahoo! Tech last month, there’s a fascinating counterculture emerging: “some of the most interesting gadgetized accessories these days have an unusual twist: their real function is to thwart or disable technology. Call it the rise of wearable anti-tech.” Continue reading