Focus & Digital Balance

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University ‘Insights’

201406 _ OT _ OFFTIME _ Insights _ Humbolt Universität Forschungskolloquium _ runde

Teilnehmerinnen des HU Forschungskolloquium tauschen unterschiedliche Lösungen für Insights aus

Unsere Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin bietet unterschiedliche Möglichkeiten und Chancen. So evaluieren wir zum einen ( OFFTIME ) auf seine Wirksamkeit – können unsere Nutzer tatsächlich abschalten, sich besser erholen und mit mehr Motivation an die Arbeit gehen? (Falls Du an einer solchen Studie teilnehmen möchtest, kanntst Du hier Details dazu erfahren.) Zum anderen besteht ein reger Austausch mit den Arbeitsgruppen der Arbeits- und Ingenieurpsychologie zum Gesamtkonzept von ( OFFTIME). So auch letzte Woche Montag, über den wir hier in unserer Serie ‘Hinter den Kulissen von ( OFFTIME )’ im Detail berichten.

Wie kann eine Orientierung über die eigene Smartphone-Nutzung sowie eine mögliche Verhaltensänderung ermöglicht werden?

Zur Diskussion stellten wir im Kolloquium vor einer Gruppe von 10 Psychologen und Ingenieuren unser ‘( OFFTIME ) Insights’ vor. Wöchentlich findet an der HU das Forschungskolloquium Arbeits- und Ingenieurpsychologie statt – eine hervorragende Möglichkeit des Austausches zu aktuellen Forschungsvorhaben und -arbeiten. MitarbeiterInnen und Studierende stellen Themen vor und diskutieren anschließend über Dinge wie “Emotional Feedback for Moblie Devices” oder “Persönlichkeit und Erholung als Einflussfaktoren auf Wohlbefinden”.

Unser ( OFFTIME ) Insights stellt den NutzerInnen Daten zu hergestelltem Kontakt (Anzahl und Dauer von Anrufen, Anzahl und Länge von SMS), App-Nutzungsfrequenz und Nutzungsdauer sowie zur allgemeinen Smartphone-Nutzung zur Verfügung. Diese Daten bleiben auf Deinem Gerät, und zwar verschlüsselt. Im Kolloquium wurde folgender Frage nachgegangen: Welche Daten müssen den NutzerInnen in welcher Form zur Verfügung gestellt werden, um (a) eine Orientierung über die eigene Smartphone-Nutzung sowie (b) eine mögliche Verhaltensänderung zu ermöglichen?

Dabei wurde kritisch Diskutiert ob ‘Insights’ einfach nur “Tracking” und “Monitoring” betreiben oder tatsächlich auch Handlungsempfehlungen aussprechen soll. Des Weiteren wurde die Sinnhaftigkeit und die Neutralität von einer einfachen, quantitativen Bewertung (“Score”) zur Handynutzung in Frage gestellt. Spiegelt ein solcher Wert etwas Vergleichbares wieder wie die Gewichtsanzeige auf der Waage? Die Antwort: Nein, tut er nicht. Außerdem gibt es guten und schlechten Handykonsum – wobei ‘gut’ und ‘schlecht’ individuell und situativ unterschiedlich sind. Es blieb jedoch nicht nur bei der Diskussion, sondern es wurden gleich Alternativen erarbeitet: ein “Smart-Score”, der einen einfachen Einstieg für jeden ermöglicht, doch im weiteren persönliche Faktoren und Ziele mit berücksichtigt.

wesentliches Element, einen positiven Ansatz zu wählen und Punkte hervorzuheben, die wichtig und richtig sind

Es taten sich viele, neue Ideen auf. Unter Anderem kam der Vorschlag, am Ende der ( OFFTIME ) Highlights das zu erfassen, was man in seiner ( OFFTIME ) als Positives erlebt hat, und diese dann am Ende der Woche anzuzeigen. Dabei wäre es ein wesentliches Element, einen positiven Ansatz zu wählen und Punkte hervorzuheben, die wichtig und richtig sind – im Gegensatz zu Dingen, die man nicht erreicht hat oder verboten sind. Ein weiterer Vorschlag in die selbe Richtung lautete, dass anstelle der Meldung, dass z. B. Facebook nun nicht erlaubt ist, ein Hinweis zu Dingen, die man sonst gerne macht, angezeigt werden kann. Des Weiteren wurde vorgeschlagen, dass auch Feedback aktiv und konstruktiv geschieht, wenn man die eigenen Ziele erreicht hat oder auch eben nicht erreicht hat. Wäre Letzteres der Fall, könnte Insights z. B. auch Hinweise dazu geben, wie realistische statt übertrieben optimistische Ziele gesteckt werden können.

In eine ganz andere Richtung gingen die Vorschläge, Insights auch zur Kontakt- und Netzwerkpflege einzusetzen. Es könnte nach jedem Telefonat erfasst werden, wie sinnvoll dieses war, und so könnte man am Ende der Woche sehen, wann und mit wem man sinnvolle Telefonate führte. Und ob man vielleicht nicht sogar selbst diejenige Person ist, die sinnlose Telefonate anfängt?
Insights könnte ebenso am Anfang  fragen, welche Kontakte wichtig sind und dann das Monitoring der Kontakte übernehmen. An einem geeigneten Zeitpunkt (z.B. wenn ziellos auf Facebook, Twitter & Co gesurft wird) könnte Insights daran erinnern, dass der letzte Kontakt mit Person X schon lange her ist und dass es mal wieder Zeit wäre, der Person zu schreiben oder diese Anzurufen. Wichtig wäre hierbei, dass nur eine limitierte Menge von Aufmerksamkeit vergeben werden könnte, damit man sich nicht verzettelt.

Menschen helfen, ihre Vernetzheit anzupassen oder einfach abzuschalten und eine Balance zwischen ihren On- und Offline-Welten zu finden

Wir waren von der Fülle an Ideen erst einmal sehr inspiriert und dann überwältigt . Die Menge ist gewaltig, die Möglichkeiten sind endlos und die Anforderungen sind so vielfältig wie es NutzerInnen gibt. Die Kunst ist es nun, diese Ideen herunterzubrechen, zu prioritisieren (KISS) und umzusetzen. Dabei kam es in diesem Fall weniger auf die konkreten Vorschläge an, sondern tatsächlich um die dauernd mitschwingende Frage: Welche Informationen sind wie brauchbar und liefern tatsächlich einen Mehrwert? Dies zusammen mit dem Feedback, das wir von unseren NutzerInnen direkt bekommen, bietet die perfekte Grundlage für die weitere Entwicklung einer App, die das tut, was sie verspricht – und zwar Menschen helfen, ihre Vernetzheit anzupassen oder einfach abzuschalten und eine Balance zwischen ihren On- und Offline-Welten zu finden.

Insights kann zusammen mit ( OFFTIME ) im Google Play Store heruntergeladen werden.